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Andermatt bis Gotthard

Samstag, 11. 10. 2008

An unserem "Ruhetag" wandern wir nur von Andermatt auf den Gotthard. Ausgerüstet mit langen Unterhosen, Handschuhen und Windjacke geht's auf raureifüberzogenen Wiesen Richtung Hospental. Der Wehrturm des Dorfes liegt noch im Schatten, während die Berghänge weiter oben schon sonnenbeschienen sind.

Auf dem Saumpfad Richtung Gotthardpass versuchen wir uns vorzustellen, wie der russische Marschall Suworow vor mehr als 200 Jahren mit 22000 Soldaten und 8000 Pferden den Weg in umgekehrter Richtung ging. Damals gabs noch keine Funktionsunterwäsche, kein GoreTex, keine Energieriegel, kein GPS und kein Handy.

Am Brüggloch überqueren wir die Kantonsgrenze Uri/Tessin und gelangen schon bald auf den Gotthardpass. Hier bewundern wir Suworow als Bronzefigur und besuchen anschliessend das Festungs- sowie das Gotthardmuseum, das über die Geschichte dieses so wichtigen Handels- und Verkehrswegs berichtet.

Im gleichen gemütlichen Zimmer des Hospizes, in dem wir schon vor 5 Jahren auf unserer Wanderung vom Westen in den Osten der Schweiz logierten, deponieren wir unsere Rucksäcke. Die Tatsache, dass wir schon gut die halbe Strecke hinter uns haben, feiern wir bei einer Flasche Frizzantino auf der Restaurantterrasse. 

                               

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Gotthard bis Dalpe

Sonntag, 12. 10. 2008

Um die Blasen auf Ottos Zehen und Griseldas Knie zu schonen, wollen wir auf den Abstieg durch die Tremola verzichten und per Autostopp nach Airolo gelangen. Otto stellt die bange Frage, ob sich angesichts des vorgerückten Alters der Autostopperin wohl bis zum Abend jemand unserer erbarmt. Griselda triumphiert, als schon der erste Automobilist freundlich zum Einsteigen einlädt.

Von Airolo (früher wichtiger Etappenort mit Sust und Zollstation) wandern wir an der Stalvedro-Schlucht vorbei dem Ticino entlang nach Quinto. Hier steht der wunderschöne 6-geschossige, romanische Turm aus dem 12. Jahrhundert.

Durch Wälder mit Pilzen und mächtigen, rotrindigen Lärchen erreichen wir Rodi-Fiesso. Mittagsrast machen wir beim Dazio Vecchio, der Ruine einer Sust aus dem 14. und 15. Jahrhundert.

Kurz danach überqueren wir eine kleine Römerbrücke mit Sicht auf einen ehemaligen Kalkbrennofen und den romanischen Campanile von Prato. Von Prato stammten die Handelsherren "A Pro", die sich im 16. Jahrhundert in Seedorf am Vierwaldstättersee ein Schlösschen bauten und über den Gotthard hinweg Geschäftsbeziehungen unterhielten.

Wir ziehen weiter auf dem Saumweg mit hochgestellten Granitplatten und steigen auf die malerische Hochebene von Dalpe auf. Hier kreuzt sich der Gotthard-Saumpfad mit dem Weg über den Campolungo-Pass, der die Leventina mit dem Valle Maggia verbindet.

Zusammen mit kartenspielenden und lauthals parlierenden Tessinern geniessen wir die letzten Strahlen der Nachmittagsonne auf der Terasse unseres Albergo delle Alpi. 

                                       

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Dalpe bis Chironico

Montag, 13. 10. 2008

Heute erwarten uns viele Höhenmeter. Gleich nach Dalpe führt uns der ursprüngliche Saumpfad steil hinauf zur Maiensässsiedlung Piumogna. Dort lädt uns Claudio spontan zu Caffè corretto und einem Schwatz ein.

Der nächste Anstieg auf die Alpe Piòta wird durch eine prächtige Sicht auf den Campo Tencia und das Röhren von Hirschen belohnt. Auf dem historischen Saumweg mit Granitplatten wandern wir hinunter zum malerischen Hochmoor von Gribbio.

Beim Maiensäss Ces geniessen wir vor grandioser Bergkulisse Ziegenkäse und Brot. Dann führt unser Weg durch einen Edelkastanienhain steil runter auf die flache Geländeterrasse von Chironico.

Unser Albergo gehört der Famiglia Merlot - wenn das kein vielversprechendes Vorzeichen für unser Znacht ist. Doch vorher schlendern wir noch durch Chironico mit seinen engen Gässchen und winzig kleinen Plätzen. In der mittelalterlichen Kirche bewundern wir die romanischen Zwillingsapsiden mit gut erhaltenen Fresken aus dem 14. und 15. Jahrhundert. 

                                           

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