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Willisau bis Luzern

Mittwoch, 8. 10. 2008

Der heutige Weg ist geprägt von Bildstöcken, Wegkreuzen und Kapellen. Wir wandern auf einem Ast des mittelalterlichen Jakob-Pilgerwegs.

Beim Aufstieg zur ersten Hochebene staunen wir über die viereckigen Weiher der Moorlandschaft unter uns. Noch im ersten Weltkrieg wurde hier Torf gestochen als günstige Alternative zu Holz.

Durch den Galgenbergwald kommen wir zur Landsgerichtskapelle, worin sich bis 1800 der Richterstuhl des Hohen Gerichts befand.

Der Markort Ruswil ist mit mehr als 200 Bauernbetrieben und dem höchsten Rindviehbestand das grösste Bauerndorf der Schweiz.

Auf dem Höhenweg über den Littauerberg sehen wir in SEHR weiter Ferne die Stadt Luzern. Ist es wirklich möglich, von hier zu Fuss dorthin zu gelangen?

Nach einem abwechslungsreichen Weg durch intensive Landwirtschaft mit riesigen Gutsbetrieben empfängt uns Emmenbrücke mit Verkehrslärm und Stahlindustrie.

Die letzten Kilometer der Emme und später der Reuss entlang nach Luzern sind für alle vier Beine hart. Beim Öffnen der Zimmertür im Hotel Schiff glauben wir zu träumen: Die Hoteldirektion erweckt nach 37 Wanderkilometern unsere Lebensgeister mit einem Traumzimmer (Blick auf die Kapellbrücke), einem kühlen Prosecco und Herzkissen auf dem Bett. 

                                   

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Luzern bis Amsteg

Donnerstag, 9. 10. 2008

Bei herrlichem Wetter geniessen wir die Schifffahrt auf dem Vierwaldstättersee. Vorbei an Pilatus, Stanserhorn, Rigi, Bürgenstock, Mythen, Schillerstein und Rütli bringt uns die "Winkelried" nach Flüelen.

Im Reussdelta picknicken wir, bevor wir nach Seedorf wandern. Dort bewundern wir das Schlösschen A Pro mit Wassergraben. Handelsherren von Prato in der Leventina, reich geworden mit Korn- und Weinhandel über den Gotthard, bauten es im 16. Jahrhundert.

Ebenfalls in Seedorf befindet sich das Benediktinerinnenkloster Lazarus. Unter der Kirchenkuppel lassen wir die Energie dieses Kraftortes auf uns einwirken, bevor wir uns auf den Gotthardweg machen. Durch einen Tunnel aus dem 2. Weltkrieg kommen wir nach Erstfeld, ein Eisenbahnerdorf aus der Zeit des Baus der Gotthardbahn Ende des 19. Jahrhunderts. Hier wird 2009 das grösste Schwerverkehrszentrum der Schweiz eröffnet, das pro Tag 1500 Lastwagen (früher waren es 300 Saumtiere) durchschleust und 70 Mio. Franken kostet.

In Silenen-Dörfli, einer ehemaligen Säumerstation, besichtigen wir den Meierturm mit frühgotischen Doppelfenstern. Gleich nebenan ist das Susthaus. Es war Umladestation von Karren auf Saumtiere, Etappenziel für Säumer und Tiere und bot beiden Speis und Trank.

Beim Aufstieg Richtung Amsteg werfen wir einen Blick auf die riesige Neat-Baustelle. Ein kurzer Abstecher führt zur ehemaligen Burganlage "Zwing-Uri", die um 1200 den Zugang zum Gotthard und ins Maderanertal kontrollierte.

Unterhalb des Bristenstockes liegt unser Etappenziel Amsteg. Im Hotel "Stern und Post", wo 1797 auch Johann Wolfgang von Goethe übernachtete, beziehen wir unser stilvolles Zimmer. 

                                       

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Amsteg bis Andermatt

Freitag, 10. 10. 2008

Vorbei an vielen Lawinenfluchtnischen und Bildstöcken - geweiht dem Hl. Mathias, Schutzpatron bei Bergsturz und Lawinen - geht's bergauf. Über die Reuss führt die imposante Meischligenbrücke, Teil der ehemaligen Gotthardpoststrasse von 1818.

Weiterhin im Schatten wandern wir über Gurtnellen und Wassen nach Göschenen hinauf. Der Dammastock glitzert zuhinterst im Göscheneralptal schneebedeckt in der Sonne. Vor dem Bau der Gotthardbahn (1872) musste in Göschenen aus vermessungstechnischen Gründen ein 120 Meter langer Visierstollen aus dem Fels gehauen werden. Otto ist fasziniert vom alten, einfachen und doch sehr präzisen Theodoliten.

Die Häderlisbrücke mit schönen Steinbögen oberhalb Göschenen aus dem 16. Jahrhundert wurde 1991 originalgetreu wieder aufgebaut, nachdem sie vorher vom Hochwasser zerstört worden war.

Durch die Schöllen steigen wir hinauf zum Suworow-Denkmal; es erinnert an den 1799 von den Russen gegen die Franzosen erzwungen Durchgang durch die Schöllenen. Kurz nach der Teufelsbrücke erreichen wir Andermatt.

Weil das Wetter so schön und das Hotel noch geschlossen ist, entschliessen wir uns spontan zu einem Abstecher auf den Oberalppass (mit der Bahn). 

                               

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